Über die Initiative

Wasser ist die Schlüsselressource des 21. Jahrhunderts. Es ist Lebensgrundlage, Wirtschafts- und Standortfaktor – und zunehmend ein limitierendes Gut.

Extremwetter, Nutzungskonflikte, Stoffeinträge und tiefgreifende Eingriffe in Gewässerstrukturen stellen uns vor eine zentrale Herausforderung: Wir müssen praxisrelevante Strategien für ein naturnahes Wassermanagement entwickeln, die ausreichend sauberes Trinkwasser langfristig sichern.

Diese Aufgabe ist komplex und betrifft viele Akteure. Alle greifen auf dieselbe Ressource zu. Gleichzeitig ist unser Wassersystem stärker verändert, als oft angenommen. Allein in Deutschland existieren rund 10.000 Wasserkraftanlagen. Sie zerschneiden Fließgewässer, unterbrechen Wanderkorridore und verändern Sediment- und Stoffflüsse – mit ökologischen Folgen, die weit über einzelne Standorte hinausreichen. Hinzu kommen rund 250.000 Wasseransammlungen und Gewässer – von Teichen über Rückhaltebecken bis zu kleinen Seen –, die bislang kaum systematisch erfasst oder in übergeordnete Strategien eingebunden sind. Das tatsächliche Ausmaß der Fragmentierung und Nutzung wird häufig unterschätzt.

Die Helmholtz-Gemeinschaft bündelt Expertise entlang der gesamten Skala der Wasserforschung – von molekularen Prozessen über experimentelle Ökosystemanalysen bis hin zur Modellierung ganzer Flusseinzugsgebiete. Diese Breite ist entscheidend, um Zusammenhänge zwischen lokalen Prozessen und großräumigen Entwicklungen zu verstehen und belastbare Prognosen zu erstellen.

In drei interdisziplinären Solution Labs arbeiten wir gemeinsam mit Stakeholdern aus Praxis, Verwaltung und Wirtschaft an konkreten Lösungen. Hier werden wissenschaftliche Erkenntnisse in Handlungsoptionen übersetzt, Nutzungskonflikte offen diskutiert und Strategien für ein resilientes Wassermanagement entwickelt.

Unser Anspruch ist klar: exzellente, innovative Wissenschaft mit einem starken Transfergedanken zu verbinden. Denn die Transformation unseres Umgangs mit Wasser gelingt nur, wenn Forschung nicht im Labor endet, sondern in Landschaften, Infrastrukturen und politischen Entscheidungsprozessen wirksam wird.

  • 25.000

    Über 25.000 Einzelmaßnahmen sind in deutschen Flussgebieten geplant oder umgesetzt. Davon fallen allein 5.589 Einzelmaßnahmen auf die Elbe. Wie deren Zusammenwirken in der Praxis aussieht wurde bisher noch nicht untersucht. 

  • 9

    Aktuell erreichen nur 9% der Oberflächengewässer in Deutschland einen guten oder sehr guten Zustand, keines jedoch einen guten oder sehr guten chemischen Zustand. Die Wasserrahmenrichtlinie der EU fordert für alle europäischen Gewässer mindestens einen guten Zustand. 

  • 9.300

    Mit etwa 9.300 Wasserkraftanlagen ist die Zerschneidung der Flussläufe in Deutschland weitaus größer als man annehmen würde. Das Erreichen eines guten ökologischen Zustandes wird durch sie erheblich erschwert.

  • 215.000

    Bezogen auf das gesamte deutsche Fließgewässernetz findet sich an fast jedem zweiten Fließkilometer ein technisches Querbauwerk (Solschwelle). Das entspricht einer Zahl von mehr als 215.000. Sie dienen in erster Linie der Steuerung der Fließgeschwindigkeit für verschiedene Zwecke.

  • 416

    416 ist die Nummer des neu zu bauenden Leipziger Stadtquartiers, in dem blau-grün-rote Infrastrukturen in den nächsten Jahren umgesetzt und getestet werden. 

  • 121-128

    Der durchschnittliche Wasserverbrauch in Deutschland liegt bei etwa 121 bis 128 Litern pro Person und Tag. Dieser Wert bezieht sich auf das im Haushalt genutzte Trinkwasser für Duschen, Baden, Kochen, Putzen und die Toilettenspülung.

  • 7.200

    Der durchschnittliche indirekte Wasserverbrauch (auch „virtuelles Wasser“ genannt) in Deutschland liegt bei etwa 7.200 Litern pro Person und Tag. Der Großteil davon kommt aus dem Ausland. 

  • 10

    Aufgrund von Einleitungen (Sümpfungswasser aus dem Tagebau) ist die Erft ein vergleichsweise warmes Gewässer, dessen Temperatur selbst im Winter oft nicht unter 10 Grad fällt.

  • 1

    Wir haben nur diesen einen Planeten. Wir sollten ihn mit seinen Wasserressourcen schonen und für nachfolgende Generationen schützen. Dazu brauchen wir ein sehr gutes Ressourcenmanagement.